Verstehen und verstanden werden ist das große Geheimnis einer jeden guten Beziehung – ob zwischen Menschen, zwischen Tieren oder eben auch zwischen Mensch und Pferd.

Nehmen wir uns ausreichend Zeit, um die Kommunikationsformen der Pferde in ihrer Ganzheit zu verstehen, erleben wir, wie nachhaltig und effektiv eine verbindende Kommunikation zum Ziel führt – und das immer maximal friedvoll.

Chi horsing beschreibt genau diese kraftvolle Verbindung zu Pferden, die frei und naturgemäß auf einer friedvollen, klaren und achtsamen Kommunikation basiert.

Ich vermittle also keine spezielle Methode, um Pferde zu trainieren, sondern erläutere in meinen Seminaren, wie sich Pferde in Beziehung zu uns Menschen verhalten, wie sie dabei auf eine kindliche Art versuchen, ihre Bedürfnisse zu erfüllen und wie sich das in ihrer Körpersprache ausdrückt.

Haben wir zu unserem Pferd durch chi horsing erst einmal eine gute und intensive Beziehung aufgebaut, dient es uns auch als ehrlicher und wertfreier Spiegel unserer inneren Haltung, anhand der wir unsere Persönlichkeit und Kompetenzen weiter entwickeln können. Pferde reflektieren dabei immer die tatsächliche Beschaffenheit unserer ausstrahlenden Energie, wir können uns vor einem Pferd nicht verstellen.

Unsere Worte, Gesten und Handlungen sind heute oft angepasst, freundlich und ohne eigene kraftvolle Energie. Wir ersetzen das, was uns fehlt, mit künstlicher Dominanz oder Macht, fühlen uns aber nicht wirklich wohl dabei. Wir vertrauen zu viel auf Meinungen und vermeintliche Lösungsansätze von Anderen und verlassen damit permanent unseren eigenen kraftvollen Weg. Genau dadurch schaden wir aber unbewusst vor allem uns selbst und unserem Leben. Deshalb bleibt oft trotz großer Bemühungen und bestem Willen unser tatsächlicher Erfolg im Leben aus.

Anhand meiner Analysen über das Verhalten der Pferde im Bezug auf „ihre Menschen“ kann ich jedem Pferdebesitzer dabei helfen, die Herkunft und die Auswirkungen seiner ausstrahlenden Energie auf das eigene Leben besser verständlich zu machen.

Im Unterricht zeige ich Ihnen Lösungen, wie Sie mit diesem wertvollen Wissen der Pferde die Wirksamkeit Ihrer eigenen Energie im Selbsttraining durch Ihr Pferd erfahren und verändern können. Mit Ihrem Pferd als Medium haben Sie somit stets einen hochintelligenten, natürlichen, wertfreien und urteilslosen Meister der Kommunikation an Ihrer Seite, der Ihnen mit jeder Reaktion sofort und ganz exakt zeigt, wie Sie durch Ihr Handeln bewusst oder unbewusst Ihr Leben gestalten.

Sie lernen dadurch sich selbst und auch Ihren eigenen Weg schneller kennen.

In Ihrer persönlichen Geschwindigkeit verbessern Sie mit chi horsing nicht nur die Beziehung zu Ihrem Pferd, indem Sie lernen, auf die richtige Art mit ihm zu kommunizieren, sondern Sie entfalten auch ein kraftvolles Bewusstsein für die eigenen Ziele in Ihrem Leben.

Chi horsing ist KEIN Natural Horsemanship!

Viele Leute, die zu mir kommen, denken, dass mein Pferdeumgang eine Form von Natural Horsemanship ist. Gerade deshalb ist es mir wichtig, an dieser Stelle die doch großen Unterschiede zu chi horsing anzusprechen. Ich selbst habe drei Jahre lang begeistert aber unbewusst Natural Horsemanship praktiziert. An der Seite eines Trainers konnte ich beobachten, wie er viele unterschiedlichste Pferdetypen mit seiner Methode ausgebildet hat, bis ich dann langsam verstand, was dort tatsächlich auf psychischer Ebene mit Mensch und Pferd passiert ist und dass dies alles andere als friedvoll war.

Bei Natural Horsemanship wird sehr viel mit Dominanz, Unterordnung und dem Aufbauen mechanischer (künstlicher) Energien gearbeitet. In dieser Methode geht es hauptsächlich darum, dass der Mensch das Pferd bewegt und sich den Raum des Pferdes nimmt, um sich als ranghöher zu zeigen – so wie es oberflächlich in einer Pferdeherde zu beobachten ist. In einer Pferdeherde herrschen aber völlig andere Bedingungen: Pferde haben in ihrer Kommunikation klare Spielregeln, deren Ehrenkodex niemals missbraucht oder gebrochen wird. Sie können sich wehren, sich frei in ihrer Körpersprache ausdrücken oder flüchten. Wird einem Pferd der Druck zu viel, bleibt es auf Distanz und ruht sich aus. Somit findet unter den Tieren ein ehrlicher Austausch auf mehreren Ebenen und einem weit höheren Niveau statt, als wir Menschen das ungeübt bieten können.

Gerne werden bei Pferden in der Bodenarbeit auch Knotenhalfter verwendet. Wenn ein Pferd beispielsweise auf einen Befehl mit der speziellen Gerte hin noch weiter zurückweicht als man es wollte, wird an dem Strick des Knotenhalfters gezogen. Die Knoten drücken auf schmerzhafte Nervenpunkte im Gesicht. In der Folge wird das Tier abwägen, welcher Schmerz der Schlimmere ist – der mögliche Schmerz, den der Stock mit dem schwingenden Seil auslöst oder auslösen könnte, oder der, der vom Strick am Knotenhalfter ausgeht. So bleibt dem Pferd nur die Wahl, sich für das kleinere Übel zu entscheiden. Diese Übungen werden bei Natural Horsemanship solange wiederholt, bis das Pferd das Verhalten zeigt, das der Mensch erwartet. Das ist Lernen durch Schmerz.

Auch das Treiben in einem Roundpen oder einem anderen kleinen Raum nimmt das Pferd als Jagen, also als Drohverhalten, wahr. Ein Pferd verliert in einem Roundpen die Orientierung. Da es keine Chance zur Flucht sieht und das Treiben länger andauert, unterwirft es sich dem Menschen komplett – angetrieben von Angst und seinem instinktivem Verhalten, Verbindung zu suchen und Energie zu sparen, um irgendwie überleben zu können. Von Anhängern des Natural Horsemanships wird dieses Verhalten dann gerne als Freiwilligkeit und echte Verbindung zwischen Mensch und Tier interpretiert. Eine für beide Seiten lebensbejahende und wirklich ehrliche Verbindung setzt aber Achtsamkeit und Wissen über die eigene energetische Ausstrahlung voraus. Und am Seil hat ein Pferd keine Möglichkeit, darauf zu reagieren. Was beim Training von Natural Horsemanship aus meiner Sicht auf der Strecke bleibt, sind Persönlickeit, Würde und Selbstbewusstsein des Pferdes.

Die Würde des Pferdes zu bewahren und unsere eigene Würde wieder zu entdecken steht für mich im Mittelpunkt meiner Lehre von chi horsing.

Sie basiert stark auf der Reduktion des mechanischen Handelns und der Aktivierung des Geistes, ähnlich wie bei der Ausbildung eines Samurai Kämpfers.

Im Gegensatz zu den Anhängern von Natural Horsemanship, die das Pferd aktiv erziehen und formen wollen, um es gehorsam zu machen, nehme ich mich ganz zurück. Ich ändere stets meine Energie und Haltung und erziele damit sofortige Ergebnisse. Ich gehe in die Welt des Pferdes und erlerne seine Sprache, anstatt von ihm zu verlangen, das gewünschte Verhalten auf meine menschlichen Signale hin zu erlernen.

Das Pferd ist bei mir von Anfang an frei und bekommt viel Raum, um selbst alles beobachten zu können. Ich warte ab, lasse das Tier agieren und biete ihm als Vorbild ein friedliches Führungskonzept an. Da dieses Konzept auf der Erfüllung seiner Grundbedürfnisse basiert, sucht jedes Pferd meist von Anfang an freiwillig meine Nähe und kann sich dabei angstfrei entwickeln. Es achtet mich mit größtem Respekt, da ich stets in seinem Sinne handle. Und dahin möchte ich auch meine Schüler führen. Das ist das Ziel von chi horsing.