„Sie laufen bis in alle Ewigkeiten. Sie galoppieren, bis sie sterben, sie tun es … wenn wir nicht „Halt“ sagen. Sie leben für uns … nur für uns … ihr ganzes Leben.“

Peter Shaffer, Equus

Meine Philosophie ist die des friedvollen Weges. Wenn ich ein anderes Lebewesen, in diesem Fall das Pferd, ungefragt an meine Seite nehme, dann ist es eine Frage der Ehre, mit diesem so umzugehen, wie ich es mir für mich selbst auch wünschen würde.

Ein maximal friedvoller Pferdeumgang ist nur möglich, wenn wir allen mitwirkenden Energieeinflüssen in der Beziehung zwischen Mensch und Pferd Beachtung schenken und damit auch die Hintergründe jeglichen Handelns von Mensch und Pferd beleuchten. Dazu gehört auch, dass Mann und Frau sich in ihrer Ausstrahlung der weiblichen und männlichen Grundenergie komplett unterscheiden und sich daraus völlig unterschiedliche Herangehensweisen ergeben. Das Pferd orientiert sich ständig an diesen Energien und reagiert instinktiv darauf.

Überholen, losreißen oder drängeln beim führen eines Pferdes friedlich vorbeugen oder lösen.

Die Basis für chi horsing ist Pferdepsychologie, Empathie und Körpersprache

Die Pferdepsychologie

Was verstehe ich unter Pferdepsychologie? Mit dem Hintergrund über das Wissen seines natürlichen Verhaltens versuche ich zu begreifen, was das Pferd ausdrückt.
Denn jeder Schritt, die gewählte Position des Pferdes zu mir, die An- und Entspannung bestimmter Muskeln, wie mir das Pferd gegenüber tritt – all das beinhaltet viele Aussagen. Diese Mitteilungen kann es nur tätigen, wenn es sich frei bewegen darf. Das Pferd berichtet dabei permanent über seine bisherigen Erfahrungen, seine Bedürfnisse, seine Einstellung und seine Meinung zu dem von ihm Geforderten.

Die Empathie

Ein weiteres wichtiges Element meiner Arbeit ist die Empathie. Wie fühlt sich das Pferd, was geht in ihm vor, wenn ich etwas von ihm verlange? Hat es Angst oder kämpft es? Wenn es völlig eingeschüchtert ist oder gar in Hysterie verfällt, dann wird es weder geschimpft noch bekommt es Trost oder Mitleid, sondern ich begegne ihm mit Empathie.

Und wenn ich etwas von ihm verlange, versetze ich mich stets in die Position des Pferdes und versuche mich – so gut es mir möglich ist – in seine Situation hineinzufühlen.

Die Körpersprache

Körpersprache bedeutet, die Positionen zum Pferd und meine eigenen Körperbewegungen und -spannungen bewusst steuern zu können. Dies erfordert von mir ein hohes Maß an Körperbewusstsein und Selbstdisziplin:

Ich muss mit sehr viel Aufmerksamkeit immer bewusst arbeiten. Wenn etwa ein Pferd mit Abwehr reagiert, zeigt sich, dass entweder Körperspannungen als Druck auf das Pferd wirken, manipulatives Verhalten von meiner Seite aus stattfindet oder meine Position nicht korrekt war. Dieses Feedback vom Pferd ist für mich unersetzlich beim Erlernen seiner Sprache. Durch kleine Korrekturen bin ich dann in der Lage, recht schnell wieder eine passende Position und An- oder Entspannung für unsere Zusammenarbeit zu finden.

Dafür ist es so wichtig, dass wir unseren Körper genau kennen lernen und kontrolliert einsetzen können.