In meiner Familie gehörte die Förderung der Talente seit frühen Kindertagen zu unserem Alltag dazu. Meine drei Geschwister und ich spielten Instrumente, sangen im Kinderchor und wir tanzten. Mit zehn Jahren entsprang in mir aber plötzlich ein ganz anderer Wunsch: Ich wollte Reiten lernen! 

Ich durchlebte daraufhin in meiner Heimatstadt Dresden die konventionelle reiterliche Früherziehung mit beißenden und buckelnden Pferden und zahlreichen Stürzen. Beinahe die Hälfte meines Reiterlebens hatte ich Angst vor Pferden. Doch die Faszination zu den Tieren und die Freundschaften zu meinen Reiterfreundinnen ließen mich dabei bleiben.

Mit 19 Jahren begann ich in Leipzig ein Schauspielstudium und suchte mir erstmalig auch eine eigene Reitbeteiligung. Mangels Lehrer und geeignetem Pferd wandelten sich meine Dressurambitionen in stundenlange Streifzüge durch die Wälder und Felder um die Leipziger Seen. Langsam aber sicher lernte ich die Reaktionen der Pferde besser einzuschätzen und konnte meine Angst abbauen.

Und so führte mich auch in Karlsruhe, wo ich 2011 ein Theaterengagement antrat, mein erster Weg in den nahegelegenen Pferdestall. Wieder fand ein Reitbeteiligungspferd seinen Weg zu mir, dass für das Dressurreiten nichts übrig hatte: Mein Herzenspferd Donna.

Die Zeit mit der knapp 30 Jahre alte Stute, ein Mix aus Araber und Haflinger, wurde zu einer der prägendsten Pferdeerfahrungen in meinem Leben. Beinahe täglich radelte ich zwischen den Theaterproben in den Stall um mit ihr auszureiten oder, in ihren letzten drei Jahren, einfach nur mit ihr im Wald spazieren zu gehen. Mein Vater fragte mich eines Tages, warum ich mit meiner ohnehin knappen Zeit nichts Sinnvolles anfangen würde. Auf der Suche nach der Antwort wurde mir klar, wie wichtig die Pferde in meinem Leben waren, gerade weil kein vermeintlicher „Nutzen“ darin bestand, mit ihnen zusammen zu sein. Ihnen war es egal, in welchem Film oder Theaterstück ich spielte, Hauptsache, ich war eben da. 

Im Jahr 2017 mussten wir Donna mit 32 Jahren und unter vielen Tränen verabschieden. 

Zwei Jahre später entdeckte ich zufällig auf Youtube Videos der Saliho School. Von der ersten Sekunde an, war ich fasziniert und begeistert. 

Ich begann die Webinare zu studieren und besuchte ein Einsteigerseminar in Dorfreit. Schon nach kurzer Zeit wusste ich, dass ich diesen Weg weitergehen und neben meiner Arbeit als Schauspielerin auch in der Schule mitarbeiten möchte.

Und zum allerersten Mal in meinem Leben entstand außerdem der Wunsch, die Verantwortung für ein eigenes Pferd zu übernehmen! Und so kam wenig später eine 12-jährige Araber-Württember-Stute namens Abia zu mir. Eine sehr selbstbewusste und energetische Stute, die jedem, Mensch und Pferd sofort kommuniziert, was sie von allem hält!  

Als Alexandra König vor einiger Zeit nach neuen Mitarbeitern für den Medienbereich suchte, nutzte ich die Gelegenheit und vertraute meiner Erfahrung aus dem Filmbereich und bewarb mich. Und so arbeite ich jetzt projektweise an der Erstellung von Filmen und Clips für die Saliho School mit.